Liebe Patientin, lieber Patient,
das Coronavirus SARS-CoV-2 ist weiterhin verbreitet und kann COVID-19 verursachen. Während viele Infektionen mild verlaufen, besteht insbesondere bei älteren Menschen und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen weiterhin das Risiko schwerer Krankheitsverläufe.
Die Corona-Schutzimpfung kann dazu beitragen, das Risiko für schwere Erkrankungen, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle zu verringern. Deshalb empfehlen wir, Ihren persönlichen Impfschutz gemeinsam mit uns zu überprüfen.
1. Warum ist eine Corona-Impfung sinnvoll?
Eine COVID-19-Erkrankung kann mit Fieber, Husten, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ausgeprägter Müdigkeit einhergehen. In einigen Fällen kommt es zu einer Lungenentzündung, einer Verschlechterung bestehender Erkrankungen oder anderen schwerwiegenden Komplikationen.
Auch länger anhaltende Beschwerden nach einer Infektion, beispielsweise im Rahmen von Long COVID, sind möglich.
Die Impfung verfolgt insbesondere folgende Ziele:
● Schutz vor schweren Krankheitsverläufen: Das Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung und eine notwendige Krankenhausbehandlung kann verringert werden.
● Schutz besonders gefährdeter Menschen: Vor allem ältere und chronisch kranke Menschen profitieren von einem an ihre persönliche Situation angepassten Impfschutz.
● Schutz während der Infektionssaison: Eine rechtzeitige Auffrischimpfung soll den Schutz in der Herbst- und Winterzeit verbessern.
Wichtig zu wissen: Die Impfung bietet keinen vollständigen Schutz vor einer Infektion. Auch nach einer Impfung können Sie sich anstecken und andere Menschen infizieren.
2. Für wen wird eine jährliche Auffrischimpfung empfohlen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt nach ihren aktuellen Empfehlungen für die Saison 2026/2027 eine jährliche Auffrischimpfung insbesondere für folgende Personengruppen:
Menschen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf
● Personen ab 75 Jahren
● Menschen ab 6 Monaten mit bestimmten Grunderkrankungen, die das Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf erhöhen
● Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen
● Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe
Menschen mit erhöhtem beruflichem Infektionsrisiko
● Medizinisches Personal mit hohem tätigkeitsbedingtem Infektionsrisiko, beispielsweise in Notaufnahmen oder auf Intensivstationen
● Personal in Pflegeeinrichtungen mit direktem Kontakt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern
● Medizinisches Personal, das Menschen mit einem besonders hohen Risiko für schwere COVID-19-Verläufe betreut
Enge Kontaktpersonen besonders gefährdeter Menschen
Auch Familienangehörige und enge Kontaktpersonen ab 6 Monaten können von einer Impfung profitieren, wenn bei der besonders gefährdeten Person aufgrund einer Immunschwäche kein ausreichender Impfschutz zu erwarten ist.
Für Schwangere mit erhöhtem gesundheitlichem Risiko, beispielsweise aufgrund bestimmter Grunderkrankungen oder schwangerschaftsbedingter Komplikationen, kann ebenfalls eine Auffrischimpfung empfohlen sein. Sie sollte möglichst ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel erfolgen.
Wichtiger Hinweis: Für gesunde Erwachsene unter 75 Jahren besteht nach der aktuellen STIKO-Empfehlung nicht regelhaft die Indikation zu einer jährlichen Auffrischimpfung. Ob eine Impfung im Einzelfall sinnvoll ist, besprechen wir mit Ihnen persönlich.
3. Welche Vorerkrankungen können das Risiko erhöhen?
Eine Auffrischimpfung kann insbesondere bei folgenden Erkrankungen und Situationen empfohlen sein:
● Chronische Erkrankungen der Lunge und der Atemwege, beispielsweise COPD oder schweres Asthma
● Bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen
● Diabetes mellitus und bestimmte andere Stoffwechselerkrankungen
● Chronische Nierenerkrankungen
● Bestimmte chronische Lebererkrankungen
● Erkrankungen des Nervensystems, die mit einem erhöhten Risiko für schwere Infektionsverläufe verbunden sind
● Aktive Krebserkrankungen oder eine immunsuppressive Krebstherapie
● Angeborene oder erworbene Immunschwächen
● Behandlung mit Medikamenten, die das Immunsystem deutlich unterdrücken
● Weitere Erkrankungen, bei denen das individuelle Risiko erhöht ist
Nicht jede Erkrankung führt automatisch zu einer Impfempfehlung. Entscheidend sind unter anderem die Art und der Schweregrad der Erkrankung, das Alter sowie die aktuelle Behandlung.
Bitte informieren Sie uns über Ihre Vorerkrankungen und Ihre Medikamente, damit wir Ihre persönliche Impfindikation prüfen können.
4. Welcher Impfstoff wird verwendet?
Für die Saison 2026/2027 empfiehlt die STIKO zugelassene mRNA-Impfstoffe sowie proteinbasierte Impfstoffe, die an die jeweils empfohlenen Virusvarianten angepasst sind.
Die Auswahl des Impfstoffs richtet sich nach der Zulassung, Ihrem Alter, möglichen Gegenanzeigen und Ihrer persönlichen medizinischen Situation.
Was bedeutet mRNA-Impfstoff?
Ein mRNA-Impfstoff enthält eine vorübergehende Bauanleitung für ein bestimmtes Virusprotein. Dadurch wird das Immunsystem angeregt, eine Abwehrreaktion aufzubauen.
Die mRNA wird anschließend vom Körper abgebaut. Sie verändert nicht die menschliche Erbinformation (DNA) und wird nicht dauerhaft in den Körper eingebaut.
Proteinbasierte Impfstoffe enthalten dagegen ein ausgewähltes Virusprotein beziehungsweise entsprechende Proteinbestandteile, anhand derer das Immunsystem die Abwehrreaktion entwickelt.
Beide Impfstoffarten sollen das Immunsystem auf das Virus vorbereiten, damit es bei einem späteren Kontakt schneller reagieren kann.
5. Wie läuft die Impfung ab?
Die Corona-Impfung wird üblicherweise in den Oberarmmuskel verabreicht.
Vor der Impfung klären wir mit Ihnen:
● Ob eine aktuelle Impfempfehlung für Sie besteht
● Wann Ihre letzte Corona-Impfung stattgefunden hat
● Ob Sie in diesem Jahr bereits eine Corona-Infektion durchgemacht haben
● Ob Vorerkrankungen, Allergien oder frühere Impfreaktionen zu berücksichtigen sind
● Ob aktuell Beschwerden oder eine akute Erkrankung bestehen
Nach der Impfung können Sie in der Regel Ihren normalen Alltag fortsetzen. Bei ausgeprägter Müdigkeit, Schwindel oder anderen Beschwerden sollten Sie sich schonen und beispielsweise auf das Autofahren verzichten, solange Sie sich nicht sicher fühlen.
6. Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Wie bei jeder Impfung können auch nach einer Corona-Impfung Nebenwirkungen auftreten. Die meisten sind vorübergehend und klingen innerhalb weniger Tage ab.
Häufige Impfreaktionen
● Schmerzen, Druckempfindlichkeit oder Rötung an der Einstichstelle
● Müdigkeit und Abgeschlagenheit
● Kopf- und Gliederschmerzen
● Muskelschmerzen
● Frösteln oder Schüttelfrost
● Fieber
● Gelegentlich Übelkeit oder ein allgemeines Krankheitsgefühl
Diese Beschwerden sind Ausdruck der Immunreaktion und bedeuten nicht, dass Sie an COVID-19 erkrankt sind.
Seltene, aber wichtige Nebenwirkungen
In seltenen Fällen wurden Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) und Herzbeutelentzündungen (Perikarditis) nach COVID-19-Impfungen beobachtet. Das Risiko hängt unter anderem vom Impfstoff, vom Alter und vom Geschlecht ab.
Sehr selten können schwere allergische Reaktionen auftreten. Deshalb sollten Sie nach der Impfung zunächst in der Praxis bleiben, entsprechend der ärztlichen Empfehlung.
Bei Atemnot, Schwellungen von Gesicht oder Rachen, Kreislaufproblemen oder anderen Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion ist sofort medizinische Hilfe erforderlich.
Auch neu auftretende Brustschmerzen, Atemnot oder Herzrasen sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Bei starken oder plötzlich einsetzenden Beschwerden wählen Sie die 112.
Bitte beachten Sie: Schwere Nebenwirkungen sind selten. Dennoch ist es wichtig, mögliche Warnzeichen zu kennen und bei entsprechenden Beschwerden medizinischen Rat einzuholen.
7. Wann sollte die Impfung verschoben oder besonders geprüft werden?
Bitte sprechen Sie vor der Impfung mit uns, wenn:
● Sie aktuell Fieber oder eine deutliche akute Erkrankung haben
● Sie auf eine frühere Corona-Impfung oder einen Impfstoffbestandteil schwer allergisch reagiert haben
● bei Ihnen nach einer früheren Impfung eine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung aufgetreten ist
● Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft vermuten
● Sie eine ausgeprägte Immunschwäche haben oder Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken
● Sie kürzlich eine Corona-Infektion durchgemacht haben
Eine leichte Erkältung ohne erhebliches Krankheitsgefühl ist nicht automatisch ein Grund, die Impfung zu verschieben.
Nach einer durchgemachten Corona-Infektion ist eine zusätzliche Auffrischimpfung nicht in jedem Fall notwendig. Bei immungesunden Personen aus den empfohlenen Risikogruppen kann eine Infektion im selben Jahr die Auffrischimpfung ersetzen. Ob dies für Sie gilt, hängt von Ihrer individuellen Situation ab.
8. Kann die Corona-Impfung mit anderen Impfungen kombiniert werden?
Eine Corona-Impfung kann grundsätzlich gleichzeitig mit einer Grippeimpfung verabreicht werden, sofern für beide Impfungen eine Indikation besteht. Die Impfungen erfolgen dann üblicherweise an unterschiedlichen Armen beziehungsweise an unterschiedlichen Injektionsstellen.
Auch weitere Impfungen, beispielsweise gegen Pneumokokken oder RSV, können für bestimmte Personengruppen sinnvoll sein.
Welche Impfungen für Sie empfohlen sind und ob eine gleichzeitige Verabreichung zweckmäßig ist, prüfen wir gerne in unserer Praxis.
9. Was können Sie selbst tun?
Neben der Impfung helfen weitere Maßnahmen, das Risiko für Atemwegsinfektionen zu reduzieren:
● Regelmäßiges Lüften von Innenräumen
● Gründliche Händehygiene
● Vermeidung enger Kontakte bei akuten Atemwegsbeschwerden
● Rücksichtnahme auf ältere und immungeschwächte Menschen
● Tragen einer Maske in bestimmten Situationen, insbesondere bei eigenen Symptomen oder engem Kontakt mit besonders gefährdeten Personen
Bei akuten Atemwegsbeschwerden sollten Sie Kontakte zu gefährdeten Personen möglichst vermeiden.
10. Unsere Empfehlung für Sie
Die Corona-Impfung ist heute vor allem eine gezielte Schutzmaßnahme für Menschen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben.
Wenn Sie 75 Jahre oder älter sind, an einer relevanten chronischen Erkrankung leiden, eine ausgeprägte Immunschwäche haben oder zu einer anderen empfohlenen Risikogruppe gehören, sprechen Sie uns auf Ihren aktuellen Impfschutz an.
Wir überprüfen gemeinsam, ob eine Auffrischimpfung für Sie empfohlen ist, welcher Impfstoff infrage kommt und welcher Zeitpunkt sinnvoll ist.
Haben Sie Fragen oder sind Sie unsicher?
Wir beraten Sie gerne individuell in der Praxis Dr. Scheibe.
Ihre Gesundheit und eine verständliche, persönliche Impfberatung stehen für uns im Mittelpunkt.
Stand: Oktober 2026. Diese Patienteninformation dient der allgemeinen Aufklärung und ersetzt nicht das persönliche ärztliche Aufklärungsgespräch, die Prüfung der individuellen Impfindikation oder die produktspezifische Impfaufklärung.
