Patienteninformation der Praxis Dr. Scheibe
Was ist RSV?
RSV steht für Respiratorisches Synzytial-Virus. Das Virus verursacht vor allem Erkrankungen der Atemwege und tritt gehäuft in den Herbst- und Wintermonaten auf.
Bei gesunden Erwachsenen verläuft eine RSV-Infektion häufig ähnlich wie eine Erkältung. Bei älteren Menschen und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen kann sie jedoch zu einer schweren Atemwegserkrankung oder Lungenentzündung führen.
Die RSV-Saison dauert in Deutschland üblicherweise etwa von Oktober bis März.
Wie wird RSV übertragen?
RSV wird vor allem durch Tröpfchen und Aerosole beim Husten, Niesen und Sprechen übertragen.
Auch eine Übertragung über Hände und verunreinigte Oberflächen ist möglich.
Bereits kurz nach der Ansteckung können Infizierte das Virus weitergeben.
Welche Beschwerden verursacht RSV?
Typische Beschwerden sind:
- Schnupfen
- Husten
- Halsschmerzen
- Abgeschlagenheit
- manchmal Fieber.
Bei gefährdeten Personen kann sich eine schwere Erkrankung mit Atemnot oder einer Lungenentzündung entwickeln. In schweren Fällen kann eine Krankenhaus- oder Intensivbehandlung erforderlich werden.
Wer hat ein erhöhtes Risiko?
Das Risiko für einen schweren RSV-Verlauf steigt insbesondere mit zunehmendem Alter.
Besonders gefährdet sind:
- Menschen ab 75 Jahren
- Menschen ab 60 Jahren mit bestimmten schweren Vorerkrankungen
- Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen
- Personen mit ausgeprägter Immunschwäche.
Zu den relevanten Vorerkrankungen gehören insbesondere schwere chronische Erkrankungen von:
- Herz und Kreislauf
- Lunge und Atemwegen
- Nieren
- Nervensystem und Muskulatur
sowie bestimmte Krebserkrankungen des blutbildenden Systems, schwere Formen von Diabetes mellitus mit Komplikationen und relevante Immundefekte.
Wer sollte sich gegen RSV impfen lassen?
Die STIKO empfiehlt eine einmalige RSV-Impfung als Standardimpfung für alle Personen ab 75 Jahren.
Bereits ab 60 Jahren wird die RSV-Impfung empfohlen für:
- Personen mit bestimmten schweren Grunderkrankungen, die das Risiko für einen schweren RSV-Verlauf deutlich erhöhen,
- Personen, die in einer Pflegeeinrichtung leben.
Bei Menschen zwischen 60 und 74 Jahren mit gut eingestellten Vorerkrankungen sollte die Entscheidung individuell nach ärztlicher Beratung getroffen werden.
Für Personen unter 60 Jahren besteht derzeit keine allgemeine STIKO-Empfehlung zur RSV-Impfung.
Wie oft muss gegen RSV geimpft werden?
Die RSV-Impfung wird einmalig verabreicht.
Eine jährliche Wiederholungsimpfung ist nach derzeitiger STIKO-Empfehlung nicht vorgesehen.
Wann sollte geimpft werden?
Die RSV-Saison beginnt typischerweise im Herbst.
Deshalb sollte die Impfung möglichst im Spätsommer oder Herbst, idealerweise im September oder spätestens Anfang Oktober, erfolgen.
Eine Impfung ist auch während der laufenden RSV-Saison noch möglich und kann dann für die verbleibenden Monate Schutz bieten.
Der Impfschutz baut sich in der Regel innerhalb von etwa 14 Tagen auf.
Kann die RSV-Impfung zusammen mit anderen Impfungen erfolgen?
Eine gleichzeitige Verabreichung mit anderen Impfungen kann grundsätzlich möglich sein. Welche Impfungen gleichzeitig durchgeführt werden sollten, wird individuell geprüft.
Gerade bei Menschen ab 60 bzw. 75 Jahren lohnt sich deshalb ein gemeinsamer Impfcheck, bei dem auch der Schutz gegen:
☐ Influenza (Grippe)
☐ COVID-19
☐ Pneumokokken
☐ RSV
☐ weitere alters- und risikogerechte Erkrankungen
überprüft wird.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Die RSV-Impfung ist im Allgemeinen gut verträglich.
Häufig können vorübergehend auftreten:
- Schmerzen an der Einstichstelle
- Kopfschmerzen
- Muskel- und Gliederschmerzen
- Müdigkeit oder Abgeschlagenheit.
Diese Beschwerden klingen normalerweise innerhalb weniger Tage wieder ab.
Schwere Nebenwirkungen sind selten.
Vor jeder Impfung erfolgt eine individuelle ärztliche Beratung zu Nutzen, Risiken und möglichen Nebenwirkungen.
Gut zu wissen
RSV ist nicht nur eine Kinderkrankheit.
Insbesondere für Menschen ab 75 Jahren sowie für bestimmte Risikopatienten ab 60 Jahren kann eine RSV-Infektion eine ernsthafte Atemwegserkrankung verursachen.
Die RSV-Impfung ist eine einmalige Impfung.
Praxis Dr. Scheibe
Stand: September 2026
