Patienteninformation der Praxis Dr. Scheibe
Was sind Pneumokokken?
Pneumokokken sind Bakterien, die häufig im Nasen-Rachen-Raum vorkommen können, ohne Beschwerden zu verursachen.
Sie können jedoch verschiedene Erkrankungen auslösen. Dazu gehören beispielsweise:
- Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen
- Lungenentzündungen
- Blutvergiftung (Sepsis)
- Hirnhautentzündung (Meningitis).
Besonders schwere Erkrankungen können entstehen, wenn die Bakterien in normalerweise keimfreie Körperbereiche gelangen.
Wie werden Pneumokokken übertragen?
Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über Tröpfchen, beispielsweise beim Husten, Niesen oder Sprechen.
Viele Menschen tragen Pneumokokken im Nasen-Rachen-Raum, ohne selbst krank zu sein.
Wer hat ein erhöhtes Risiko?
Das Risiko für eine schwere Pneumokokken-Erkrankung steigt insbesondere mit zunehmendem Alter.
Besonders gefährdet sind:
- alle Personen ab 60 Jahren
- Menschen mit einer Immunschwäche
- Menschen ohne funktionsfähige Milz oder nach Entfernung der Milz
- Menschen mit chronischen Erkrankungen, insbesondere von Herz, Lunge, Leber oder Nieren
- Menschen mit Diabetes mellitus
- Menschen mit bestimmten neurologischen Erkrankungen
- Personen mit Cochlea-Implantat oder Liquorfistel
- Personen mit bestimmten beruflichen Belastungen, insbesondere bei Tätigkeiten mit erhöhtem Risiko durch Metallrauche.
Wer sollte sich gegen Pneumokokken impfen lassen?
Die STIKO empfiehlt eine einmalige Pneumokokken-Impfung für alle Personen ab 60 Jahren.
Für Erwachsene wird hierfür aktuell ein Konjugatimpfstoff gegen 20 Pneumokokken-Serotypen (PCV20) empfohlen.
Auch Erwachsene unter 60 Jahren sollten bei bestimmten gesundheitlichen oder beruflichen Risiken gegen Pneumokokken geimpft werden.
Was gilt, wenn bereits früher geimpft wurde?
Wenn bereits früher eine Pneumokokken-Impfung mit einem anderen Impfstoff erfolgt ist, hängt das weitere Vorgehen vom verwendeten Impfstoff und vom Zeitpunkt der letzten Impfung ab.
Beispielsweise kann nach einer früheren Impfung mit PPSV23 eine Impfung mit PCV20 nach einem bestimmten Mindestabstand erforderlich sein.
Auch nach einer früheren Impfung mit PCV13 oder PCV15 kann eine spätere Impfung mit PCV20 angezeigt sein.
Bitte bringen Sie zu Ihrem Impftermin – wenn möglich – Ihren Impfpass mit. Wir prüfen dann, welcher Impfstoff erforderlich ist und welcher Abstand zur letzten Pneumokokken-Impfung eingehalten werden muss.
Eine routinemäßige Wiederholungsimpfung nach PCV20 ist derzeit nicht vorgesehen, da hierfür noch keine ausreichenden Daten vorliegen.
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Nach der Impfung können vorübergehend auftreten:
- Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Kopfschmerzen
- Muskel- oder Gelenkschmerzen
- gelegentlich Fieber.
Die Beschwerden klingen meist innerhalb weniger Tage wieder ab.
Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten. Allergische Reaktionen sind möglich.
Gut zu wissen
Pneumokokken können insbesondere bei älteren Menschen und Risikopatienten schwere und lebensbedrohliche Erkrankungen verursachen.
Ab 60 Jahren:
Pneumokokken-Impfung einmalig mit PCV20.
Bei bestimmten Vorerkrankungen:
Impfung unabhängig vom Alter möglich bzw. empfohlen.
Wichtig:
Wenn bereits früher gegen Pneumokokken geimpft wurde, sollte der Impfpass zur ärztlichen Prüfung mitgebracht werden.
Praxis Dr. Scheibe
Stand: September 2026
